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Die Stadtverwaltung hat die Bauarbeiten am Außengelände der Schillerschule in Oggersheim vorübergehend unterbrochen. Der Grund: Bei Arbeiten im Schulhof wurden am 25. Januar 2024 menschliche Knochen gefunden. Der Fund steht in Zusammenhang mit dem ehemaligen Oggersheimer Friedhof, der bis zum Jahr 1861/62 an der Stelle der heutigen Schillerschule angelegt war. Vertreter der Landesarchäologie bei der Generaldirektion kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz aus Speyer waren vor Ort.

Die Fundstelle liegt unter einem Ende 2023 im Zuge der Neugestaltung des Schulhofs abgerissenen Gebäude und umfasst nach Erkenntnissen der Landesarchäologie rund 60 Bestattungen. Die Landesarchäologie hat die freigelegten Funde inzwischen erfasst und dokumentiert. Im Interesse des Fortgangs der Arbeiten an der Schillerschule wird die Landesarchäologie darüber hinaus keine weiteren aufwendigen Grabungen durchführen und die Arbeiten auf dem Schulhof bei Bedarf begleiten. Die Stadtverwaltung wird aufgefundene Gräber fachgerecht und in pietätvoller Weise umbetten. Das ist das Ergebnis zweier Ortstermine mit der Landesarchäologie in Oggersheim am 26. und 27. Februar 2024.

Die Schillerschule in Oggersheim wird derzeit umfassend saniert und erweitert. Die Schüler*innen werden während der Bauzeit in einem Ausweichquartier im Bereich der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch unterrichtet. Teil des Bauprojektes ist auch die Umgestaltung des Schulhofs. Eben bei jenen Bauarbeiten an einer Rigole, was man sich als einen unter der Erdoberfläche liegenden Speicher zur Versickerung von Regenwasser vorstellen kann, wurden die Knochen gefunden. Die Bauarbeiten im Schulhof mussten deswegen bis zur weiteren Klärung der Vorgehensweise unterbrochen werden. 

Die beauftragte Baufirma kann mit den Arbeiten an der Rigole und weiteren Entwässerungsanlagen im Schulhof fortfahren, sobald die gefundenen Gebeine umgebettet wurden. Dies wird in den nächsten Tagen geschehen. In einem nächsten Schritt schließen sich Arbeiten im Bereich Garten- und Landschaftsbau auf dem Schulhof an. Diese Arbeiten können ab voraussichtlich 1. Juli 2024 beginnen. Hintergrund: Aufgrund der vorübergehenden Unterbrechung der Arbeiten wegen des Gräberfundes hatte die Firma, die mit der Gestaltung der Außenanlagen der Schule beauftragt ist, einen anderen Auftrag vorziehen müssen. Die Arbeiten an den Außenanlagen werden etwa fünf bis sechs Monate dauern. Solange der Schulhof nicht fertiggestellt ist und vor allem auch die mit Lärm verbundenen Arbeiten im Außengelände nicht abgeschlossen sind, ist ein Umzug der Schule nicht möglich.

Stadtverwaltung und die Schulleitungen von Schillerschule und Integrierter Gesamtschule Ernst Bloch haben sich angesichts der Ereignisse daher darauf verständigt, dass die Schillerschule länger in ihrem Ausweichquartier bleiben wird. Um Schüler*innen, Lehrerschaft und Verwaltung keinen Umzug im laufenden Schuljahr 2024/25 zuzumuten, ist die Rückkehr der Schule in das Gebäude an der Wormser Straße 17 nun im Sommer 2025, also für den Beginn des Schuljahres 2025/26, geplant. 

“Wir müssen bei Bauprojekten immer wieder mit unvorhersehbaren Ereignissen umgehen, wie der Gräberfund in Oggersheim eines ist. Das kann auch in den kommenden Monaten nochmals zu Verzögerungen führen. Uns ist bewusst, dass die nun besprochene Lösung nicht ideal ist, aber sie ist den äußeren Umständen geschuldet und damit geben wir der Schulgemeinschaft der Schillerschule – Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern – die Sicherheit, die sie für ihre Planung für das kommende Schuljahr braucht. Bei beiden Schulen möchte ich mich für das Verständnis bedanken; das war für alle eine außergewöhnliche Situation. Den Anwohner*innen um die Integrierte Gesamtschule Ernst Bloch sagen wir zu, dass wir die Verkehrssituation am Schulstandort im Auge haben und gegebenenfalls ergänzende Maßnahmen ergreifen werden, ebenso werden wir Anwohner*innen und Ortsbeirat, Schulleitungen und alle Betroffenen in naher Zukunft über den aktualisierten Projektzeitplan für die Sanierung an der Integrierten Gesamtschule Ernst-Bloch informieren”, so Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt. 

Die Leitung der Schillerschule war bereits am 9. Februar informiert worden, dass sich möglicherweise Verzögerungen bei der Fertigstellung des Schulhofs ergeben könnten. Nach dem Abstimmungstermin mit der Landesarchäologie wurden nun umgehend weitere Gespräche aufgenommen.

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